umgeschriebene version des sehr alten und sehr schlechten beitrages
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Der grosse, bullige Elefant - genauer gesagt war es ein Elefantenkopf auf einem Menschenkörper - starrte mich immer noch mit ruhigem, fast beängstigendem Blick an. Als ob ein Elefant mitten in der Stadt nicht schon verwirrend genug wäre, schien er sich nur auf mich zu konzentrieren. Ich hatte zwar schon versucht, ihn abzuwimmeln. Ich war schon, so schnell ich konnte, durch die halbe Stadt gerannt.
Seit mehreren Stunden sass ich nun schon in einem kleinen Café direkt am See. Die ganze Zeit sass er, ohne eine einzige Bewegung, direkt gegenüber.
Ich entschied mich die Bedienung zu rufen um zu zahlen. Als ich zahlte musterte er für kurze Zeit die junge Dame, die mein Geld empfing, widmete seine Aufmerksamkeit dann aber bald wieder mir. Ich kehrte ihm kurz den Rücken zu um meine Jacke anzuziehen, spürte aber, wie er mich auf beinahe tödliche Art und Weise anstarrte. Ich fühlte wie sein Blick langsam und qualvoll meinen Rücken durchbohrte, sich zwischen meinen Rippen hindurcharbeitete und kurz davor war, mein Herz zu durchbohren. Bevor das geschehen konnte drehte ich mich mit einem Ruck um. Er war nicht mehr da.
Der Schweiss lief meine Stirn und meinen Rücken hinunter, ich bekam beinah keine Luft mehr. Doch die Erleichterung, die sein Verschwinden in mir verursachte liess mich das schnell vergessen. Ich verliess das Cafe, ging auf die Strasse und begab mich langsam, mit kurzen Schritten in Richtung Bahnhof.
„...auf Gleis Sechs folgt der Interregionalzug in Richtung Chur...“
Als ich am Perron auf meinen Zug wartete sah ich ihn zu meinem Erschrecken wieder, direkt neben mir, zwei, vielleicht drei Meter entfernt. Die anderen Passanten schienen mir seltsam unbekümmert, dass ein Elefant hier einfach so am Bahnhof stand und auf den Zug wartete.
Ich war mir doch ziemlich sicher, dass er mich nicht weiterverfolgen würde. Sicherlich hatte auch er ein Leben, dass ihm nicht die Zeit liess, den ganzen Tag MENSCHEN zu terrorisieren.
Als der Zug ankam, ich eintrat und er mir folgte gingen meine Schweissausbrüche wieder von vorne los. Die nächsten vierzig Minuten waren die schlimmsten meines Lebens, schliesslich hatte er sich direkt gegenüber von mir gesessen und starrte mich die ganze Zeit an.
Verschlimmert wurde die ganze Situation dadurch, dass ich von den anderen Fahrgästen gemieden wurde. Wer will schliesslich, auf dem Nachhauseweg, nach einen langen und harten Arbeitstag, neben jemandem sitzen, der Scheissausbrüche hat und nur sehr laut atmen kann? Kein Mensch zeigte sich interessiert. Als wäre es ganz normal, dass ein Elefant hier im Zug sass und mich mit seinen Blicken durchbohrte.
Daheim angekommen stieg ich aus und machte mich auf den Nachhauseweg. Zitternd lief ich der Strasse entlang, den Elefanten im Nacken.
Panik.
Absolute Panik machte sich in mir breit, denn niemand wollte mir helfen. Doch nach Hilfe fragen wollte ich auch nicht, weil ich schlussendlich doch nicht wusste, ob es vielleicht nur eine Einbildung ist. Das wäre peinlich: „Hallo. Könnten sie diesem Elefantenmenschen hinter mir sagen, er solle mich in Ruhe lassen?“, jeder würde mich für bekloppt halten. Ich begann, mich alle zwei Sekunden nach ihm umzusehen, in der Hoffnung er wäre verschwunden - doch er war immer da. Schliesslich kam ich bei meiner Wohnung an. Ich brauchte vor lauter zittern fast 3 Minuten und unzählige Versuche, um den Schlüssel im Schlüsselloch unterzubringen und ihn anschliessend auch noch nach rechts zu drehen. Im inneren angelangt drehte ich mich hektisch um. Sein Kopf war etwa zehn centimeter von meinem entfernt, wir blickten uns direkt in die Augen.
Todesangst.
Ich begann zu schreien.
Ich wachte ruckartig, schreiend auf. Ich war erleichtert, dass es doch nur ein Traum war. Es war mittlerweile schon hell geworden und die Sonne strahlte durch die offenen Jalusien. Ich sah mich im ganzen Raum um und erschrak schlagartig, als ich einen auf meiner Bettkante sitzenden Elefantenmenschen erblickte, der mich anstarrte.